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Veranstaltung „Fokus Bildung“ an Fachschule Sooß
Vortrag und Diskussion über „Flüchtlinge: Mythen und Wahrheit“

Die Personen v. l.: Schülerin Iris Colle, Direktorin Ing. Rosina Neuhold, Günter Stummer(Jugendrotkreuz), Abdul Saboor (Asylsuchender aus Afghanistan), Schulinspektorin Ing. Agnes Karpf-Riegler und Schülerin Julia Falkensteiner.
Fotocopyright: Jürgen Mück

Bericht der NÖN: http://www.noen.at/melk/fachschule-sooss-vortrag-ueber-fluechtlinge-mythen-und-wahrheit/31.902.219

Sooß (Bezirk Melk) 7. Dezember 2016; Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fokus Bildung“ hielt gestern Günter Stummer vom Jugendrotkreuz einen bewegenden Vortrag mit dem Thema „Flüchtlinge – Mythen und Wahrheit“. Dabei ging Stummer besonders auf die globale Situation der Flüchtlinge und die Lage der Asylsuchenden in Österreich ein.
„Derzeit sind weltweit über 65 Millionen Menschen wegen Krieg und Gewalt auf der Flucht, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Bei den Kriegen werden immer öfter nicht mal die fundamentalsten Prinzipien der Menschlichkeit beachtet. Daher pocht das Rote Kreuz gemeinsam mit der UNO auf die Einhaltung des Humanitären Völkerrechts. Denn im Krieg ist nicht alles erlaubt. Vielmehr müssen auch im Krieg Regeln befolgt werden, die ein Mindestmaß an Humanität gewährleisten sollen“, betonte Stummer.
Seit Mitte der 1990er Jahre haben Flucht und Vertreibung weltweit stetig zugenommen. Die Gründe dafür liegen in der Grausamkeit der Kriege, der langen Dauer der Kampfhandlungen und an den fehlenden stabilen Lösungen.

Zur Lage der Schutzsuchenden in Österreich stellte Günter Stummer fest, dass die Zahl der Flüchtlinge gegenüber dem Vorjahr drastisch zurückgegangen ist. „Dennoch ist die Situation nicht befriedigend, denn die durchschnittliche Dauer der Asylverfahren liegt bei rund zwei bis fünf Jahren. In dieser Zeit dürfen die Asylsuchenden weder arbeiten noch das Land verlassen. Daher setzt sich das Rote Kreuz verstärkt ein, die Verfahrensdauer zu verkürzen“, so Stummer. Zudem müsse in die laufende Asyl-Debatte mehr sachliche Information einfließen, um den Vorurteilen und der Angstmache wirksam zu begegnen.
In diesem Rahmen berichtete Abdul Saboor, ein Asylsuchender aus Afghanistan, über die Verfolgung in seiner Heimat und seine beharrlichen Anstrengungen der gelingenden Integration in Österreich.

„Die Flüchtlinge stellen auch das österreichische Schulsystem vor große Herausforderungen, die aber durchwegs gut bewältigt werden. Vorrangig geht es darum, direkt vor Ort die beste individuelle Lösung für die Jugendlichen zu finden, was uns an der Fachschule Sooß dank der engagierten Lehrerinnen und Schülerinnen gut gelingt“, betonte Direktorin Ing. Rosina Neuhold.

Für das musikalische Rahmenprogramm sorgten in bewährte Weise die Schülerinnen der Fachschule Sooß. Abschließend wurde zu einem Buffet mit internationalen Speisen geladen.

„Fokus Bildung“ ist eine Initiative der Landwirtschaftlichen Koordinationsstelle (LAKO) und der Landwirtschaftlichen Fachschulen in Niederösterreich zur Entwicklung zeitgemäßer Lehr- und Lernformen.