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Auszeichnung der kreativsten Nachwuchs-Dichter
Lyrik-Preis der Landwirtschaftlichen Fachschulen vergeben

Die Personen v. l.: Cheforganisator Rudi Weiß, Direktorin Rosina Neuhold, Lyrik-Preis-Siegerin Jennifer Kranzer, LAKO-Leiterin Kristina Mandl und Landtagsabgeordnete Doris Schmidl.

Sooß (Bezirk Melk), 2. Juni 2017; Gestern wurden Schülerinnen und Schüler der Landwirtschaftlichen Fachschulen (LFS) in Niederösterreich für die kreativsten Gedichte mit dem Lyrik-Preis ausgezeichnet. „Aus über 400 Einsendungen wurden die besten zwölf Gedichte von der Jury ausgewählt, die von den Jugendlichen beim Finale des Wettlesens an der Fachschule Sooß vorgetragen wurden“, betont Fachlehrer Rudi Weiß, der die Veranstaltung bereits zum zweiten Mal organisierte. „Das thematische Spektrum der Poesie reichte von teils nachdenklichen sowie gesellschaftskritischen Texten bis zu amüsanten Gedichten, was die Vielfalt der Befindlichkeiten der Schüler widerspiegelt. Die stilsicheren Lesungen sowie die hohe Qualität der Inhalte machte der Jury die Entscheidung nicht leicht“, so Weiß.

Die 15-jährige Schülerin Jennifer Kranzer von der LFS Sooß wurde für das Gedicht „Dunkelheit“ als beste Nachwuchs-Dichterin gekürt und mit dem Lyrik-Preis ausgezeichnet. Die Jury wies bei der Urteilsbegründung auf den „unverwechselbaren Schreibstil des kreativen Textes sowie den professionellen Vortrag“ hin. Platz zwei belegte Jasmin Leitzinger (LFS Hollabrunn) mit „Landleben zu schätzen liegt in unserer Hand“ und der dritte Platz ging an Julia Haberfellner (LFS Unterleiten) mit dem „Frühlingsgedicht“. Der Sonderpreis der Jury wurde an Jasmin Zeiler von der Gartenbauschule Langenlois verliehen.



Lyrik-Preis-Siegerin Jennifer Kranzer (Mitte) und Cheforganisator Rudi Weiß (Mitte) mit den Preisträgerinnen, Jury und Festgästen.

Foto Copyright: Jürgen Mück

LR Schwarz: Sprachliche Begabungen der Jugend fördern
„Der Wettbewerb bietet den jungen Autorinnen und Autoren eine Plattform ihre Gedichte der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das große Interesse am kreativen Schreiben zeigt, dass sprachliche Begabungen und dichterische Talente der Jugend somit bestmöglich gefördert werden“, betonte Bildungslandesrätin Barbara Schwarz.

Beste Dichter der Landwirtschaftsschulen gekürt
„Viele Jugendliche sind als Autoren aktiv und schreiben leider nur für die Schublade. Dies hat sich mit dem neuen Lyrik-Preis nun geändert. Hier haben die Schüler ein passendes Forum, um die eigenen Werke zu präsentieren und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen“, betont Initiator Rudi Weiß, der selbst Buchautor ist. „Alle Schüler der Landwirtschaftlichen Fachschulen waren aufgerufen am 2. Lyrik-Preis teilzunehmen. Das Motto lautete ‚Auf.Leben.‘ und ließ viel Freiraum sich fantasievoll mit der eigenen Gefühls- sowie Gedankenwelt auseinander zu setzen und darüber Gedichte zu verfassen“, so Weiß.
Die poetische Form der lyrischen Texte konnte frei gewählt werden. Vom klassischen Sonett mit fünfhebigen Jamben über den Limerick bis zum freien Vers und konkreter Poesie war alles erlaubt.

Die Jury bestand aus Margit Helene Meister (Umweltbildung NÖ), LAKO-Leiterin Kristina Mandl, Erwin Mayer (Katholisches Bildungswerk) und Poetry-Slammer David Feig. Als Festgäste konnten Landtagsabgeordnete Doris Schmidl und Bürgermeister Johannes Zuser begrüßt werden. Durch das Programm führten Barbra Geiswinkler und Rudi Weiß.
Von folgenden Sponsoren gab es zahlreiche Preise: NÖ Bauernbund, Raiffeisenbank NÖ, NÖ Versicherung, Leseumwelt und der LEADER Region Weinviertel. Veranstaltet wurde der Lyrik-Preis von der Landwirtschaftlichen Koordinationsstelle (LAKO).

Das Siegergedicht im Wortlaut:

Dunkelheit

 

Dunkelheit.

Schwere, trostlose Dunkelheit;

Sie nimmt mich ein, frisst sich in meine Seele.

Keine Emotionen;

Alles scheint leer zu sein.

Meine Lider fallen zu und wieder einmal

Ist dort wieder nur Dunkelheit.

 

Müdigkeit.

Ich schlafe ein, oder doch nicht?

Eingesperrt in meiner eigenen Welt.

Ich möchte raus;

Ich will hier nicht mehr sein.

 

Wut.

Plötzliche Wut steigt in mir auf;

Ein Kampf gegen mich selbst.

Auf einmal;

Ein Stoß, nach diesem langen Kampf.

 

Licht.

Endlich Licht;

Ich reiß mich los von dieser Dunkelheit und betrete die neue Welt.

Ich sehe wieder Licht um mich;

Wunderschön, aufblitzendes Licht.

Ich kann wieder fühlen;

Sehe nach langem wieder Farben.

Ich bin endliche weg;

Weg aus dieser Dunkelheit.

 

Ich bin glücklich.

 

von: Jennifer Kranzer, LFS Sooß